In der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres 2025 beschäftigte sich am vergangenen Montag der Gemeinderat ab 19:00 Uhr im Bürgersaal des Rathauses Sulzbach gleich beim Tagesordnungspunkt 1 mit einem unerfreulichen Thema. Das Dach des Kindergartens Laufen ist undicht und auch das Dach des Ortszentrums weist massive Schäden auf. Am Kindergartendach wurden kürzlich bei Sanierungsarbeiten, als die Fassaden gestrichen wurden, festgestellt, dass die gut 30 Jahre alten Dachziegel, insbesondere auf der Nordseite, Schäden aufweisen und das Dach nicht mehr dicht ist. Da es sich auf dem Dach des Kindergartens Laufen um normale, unglasierte Tonziegel handelt, kam es hier teilweise durch die geringe Dachneigung zu Frostschäden. Die Qualität der Ziegel dürfte zudem auch eine Rolle spielen. Da hier im nächsten Jahr eine Photovoltaikanlage durch die Bürgerenergiegenossenschaft Sulzbach-Laufen errichtet werden soll, muss das Dach auf jeden Fall saniert werden. Architekt Manfred Schoch erläuterte die notwendigen Schritte und präsentierte die entsprechende Kostenschätzung. Die Kosten wurden hier vorsichtig geschätzt, um alle Eventualitäten abzudecken. Daher wurden auch Kosten für eine neue Unterspannbahn, Lattung und weitere Bedarfspositionen eingepreist. Die sinnvolle und dann wohl nach der Dachsanierung auch verpflichtende PV-Anlage wird aller Voraussicht nach die Bürgerenergiegenossenschaft Sulzbach-Laufen, die sich aktuell in Gründung befindet, übernehmen. Daher dürften im allerschlechtesten Fall Kosten in Höhe von rund 138.000 Euro/brutto anstehen. Allerdings gehen wir von geringeren Kosten aus, das endgültige Ergebnis wird aber erst im Zuge der Ausschreibung und Ausführung anstehen. Der Gemeinderat erteilte einstimmig den Auftrag an die Gemeindeverwaltung und das Büro Schoch die Dachsanierung für das Jahr 2026 in Angriff zu nehmen. Die Arbeiten werden beschränkt ausgeschrieben und die Ziegelfarbe wurde vom Gemeinderat auf rotbraun festgelegt- wie bisher auch.
Der zweite Punkt betraf die Sanierung des Daches am Ortszentrum Laufen. Dieser Punkt ist ärgerlich, da das Dach erst zwölf Jahre alt ist. Vor einiger Zeit wurde vom Bauhofteam festgestellt, dass es Schäden und Lochfraß am Titan-Zink-Dach des Ortszentrums gibt. Im Nachgang wurde dann das Architekturbüro Manfred Schoch eingeschalten und die damals ausführende Baufirma. Da dies alles nicht zielführend war, wurde ein spezieller Gutachter beauftragt. Ergebnis des Gutachtens, welches sie auch gerne bei Interesse im Dokumentenmanagementsystem der Gemeinde nachlesen können, ist folgendes: Die Planungen wurden seinerzeit der DIN entsprechend erstellt. Daher kann dem Architekturbüro kein Vorwurf gemacht werden. Auch die ausführende Baufirma hatte fachlich keine Fehler gemacht. Selbst das Titan-Zink-Blech ist in Ordnung und nicht zu beanstanden. Problem ist, dass die darunterliegende Wirrfasermatte, die für eine Hinterlüftung und zur Verhinderung von Staunässe sorgen soll, in sich zusammengefallen ist. Hier gab es klassisches Materialversagen. Laut Gutachter kommt dies leider in letzter Zeit wohl verstärkt vor. Die seit ca. 5-6 Jahren verbauten Wirrfasermatten sind mittlerweile stabil, frühere Produkte, trotz DIN-Prüfung, weisen aber manchmal Probleme auf. Letzten Endes ist hier die Gewährleistung nach fünf Jahren abgelaufen und die Gemeinde wird auf dem Schaden sitzen bleiben. Problematisch ist, dass 25 Prozent der Dachfläche auch der Kirchengemeinde gehören. Die bürgerliche Gemeinde und die Kirchengemeinde standen deswegen auch im Vorfeld der Sitzung im engen Austausch. Eingehend wurde im Gemeinderat nun über das weitere Vorgehen diskutiert. Klar war, dass die Dachhaut 2026 saniert werden muss, da sich hier nun zunehmend Lochfraß zeigen wird. Denkbare Optionen sind nun ein neues Titan-Zink-Dach, wovon der Architekt sowie der Gutachter abraten würden. Titan-Zink-Blech hat grundsätzlich wohl nur eine mittlere Lebensdauer von 30 Jahren. Die alternative in Kupfer wäre zwar die Premium-Ausführung aber kaum bezahlbar. Ein guter Kompromiss scheint ein sogenanntes Foliendach oder ein Dach mit Schweißbahnen. Die Gemeinderäte erkundigten sich hier intensiv bei Architekt Manfred Schoch, der ausführlich alle Fragen beantwortete. Auch der Gutachter vom Büro Syber würde der Gemeinde ein sogenanntes Foliendach empfehlen, da diese Produkte mittlerweile über Jahrzehnte erprobt, UV- und hagelbeständig sind und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Nach eingehender Diskussion entschied der Gemeinderat, dass das Dach des Ortszentrums 2026 saniert werden soll. Das Architekturbüro Schoch wird die beschränkte Ausschreibung durchführen und hier alternativ ein Foliendach bzw. ein Schweißbahnendach ausschreiben. Die später zu verbauende Photovoltaikanlage könnte evtl. auch die Bürgerenergie Sulzbach-Laufen übernehmen. Wie von der Kirchengemeinde mitgeteilt wurde, wird sich aller Voraussicht nach auch diese an der Dachsanierung mit ihrem Gebäudeanteil anschließen.
Für die Dachsanierung stehen insgesamt Kosten in Höhe von 219.000 Euro/brutto im Raum. Allerdings sind auch hier verschiedene Bedarfspositionen eingerechnet, die im Zweifelsfall nicht zur Ausführung kommen müssen. Zudem treffen 25 Prozent der Kosten die Kirchengemeinde. Auch wenn es ärgerlich ist, führt wohl letzten Endes kein Weg an der Dachsanierung vorbei, da sonst Folgeschäden drohen.
Beim Tagesordnungspunkt 2 ging es um die Nachrüstung von Absturzsicherungen an kommunalen Gebäuden. Im Zuge der gutachterlichen Untersuchung des Ortszentrums kam vom Gutachter der Hinweis, dass wohl auch die Dachabsicherungssysteme neuen Vorgaben unterliegen. Diese werden natürlich beim Kindergarten Laufen und am Ortszentrum gleich auf den neuesten Stand gebracht. Architekt Manfred Schoch und Bauhofleiter Jochen Gentner nahmen sich aber in den vergangenen Wochen die Zeit und schauten sich alle kommunalen Dachflächen an. Der Gemeinderat erhielt eine Übersicht der kommunalen Dächer und eine Liste mit vordringlichen Maßnahmen. Wenn externe Personen oder Firmen kommunale Dächer begehen müssen, zum Beispiel weil Oberlichter gewartet werden, Photovoltaikanlagen oder RWA-Anlagen überprüft werden, müssen entsprechende Absturzsicherungen vorhanden sein. Bei einigen wenigen Objekten besteht hier dringender Handlungsbedarf, wie zum Beispiel am Flachdach des Hochbehälters Krasberg. Hier muss eine Absturzsicherung in Form eines Geländers angebracht werden. Bei anderen Objekten wie am Friedhof in Laufen reicht die Nachrüstung von Schneefanggittern und Sicherungshaken. Die Arbeiten an den meisten Dächern können sukzessive nach Bedarf ausgeführt werden. Alles in allem wird der Aufwand sich hier in Grenzen halten. Auch hier erteilte der Gemeinderat einstimmig sein Einvernehmen, dass die Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Schoch die notwendigen Maßnahmen die Wege leiten darf.
Die folgenden Punkte in der Tagesordnung konnten zügig abgearbeitet werden. Das Protokoll der letzten Sitzung wurde verlesen, Bürgeranfragen lagen keine vor. Unter den Bekanntgaben informierte der Vorsitzende, dass am 1. Januar 2026 der Neujahrsempfang, dieses Mal auf dem Dorfplatz in Laufen stattfinden wird. Die nächste Gemeinderatssitzung wird am 19. Januar 2026 stattfinden, die Weihnachtsgrüße der Schule wurden dem Gemeinderat zur Kenntnis in Umlauf gegeben und eine Medaille vom diesjährigen Jedermannsschießen des Schützenvereins wurde an Janine Waldenmaier überreicht. Sie war seiner Zeit bei der Siegerehrung abends nicht da und erhielt die Medaille von Bürgermeister Bock nachgereicht. Sie erzielte das beste Ergebnis bei den Damen.
Beim Tagesordnungspunkt 6 ging es dann um die abschließende Beratung und die Beschlussfassung zumHaushaltsplan und der Haushaltssatzung 2026. Das Planwerk wurde dem Gemeinderat bereits in der Novembersitzung vorgestellt. Kämmerin Natascha Beißwenger fasste die Planzahlen und die wichtigsten Positionen des Haushalts 2026 nochmals in einer Präsentation zusammen. Der Gesamtergebnishaushalt 2026 schließt mit einem veranschlagten Gesamtergebnis von -789.300 Euro. Damit ist der Haushalt nicht ausgeglichen, da die Abschreibungen in Höhe von 1,4 Million Euro nicht erwirtschaftet werden können. Der Ausgleich des negativen Ergebnisses erfolgt aus der Ergebnisrücklage. Der Finanzhaushalt schließt mit einem Ergebnis von -1.033.600 Euro. Der Gesamtbetrag der Einzahlungen aus der Investitionstätigkeit beläuft sich auf 870.150 Euro, der Gesamtbetrag der Auszahlungen aus Investitionstätigkeit auf 1.819.000 Euro. Zusammen mit den jährlichen Tilgungsleistungen in Höhe von 88.300 Euro ergibt sich somit der Abmangel mit 1.033.600 Euro. Gedeckt wird dieser Abmangel insbesondere durch eine Kreditaufnahme, die in Höhe von 1 Million Euro geplant ist. Diese wurde allerdings bereits im Jahr 2025 im Haushaltsplan veranschlagt und ins Jahr 2026 übertragen. Somit sind 2026 keine weiteren Kredite notwendig. Die Liquidität wird im Jahr 2026 auf 595.912 Euro absinken. Durch die neue Darlehensaufnahme aus 2025 soll auf Ende 2026 die Pro-Kopf-Verschuldung in der Gemeinde von aktuell 338 Euro auf 690 Euro steigen. Die wichtigsten Investitionen des nächsten Jahres werden sein, die Neubeschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges HLF 20 mit ca. 800.000 Euro, Straßensanierungsmaßnahmen im Bereich Feldäcker- und Schulstraße mit zusammen 820.000 Euro, Investition im Landessanierungsprogramm und kleinere Investitionen wie zum Beispiel der Erwerb von Grundstücken, der mit 20.000 Euro veranschlagt ist oder die Beschaffung digitaler Funkgeräte für die Feuerwehr mit 22.000 Euro. Natürlich sind hier auch entsprechende Zuschussmittel gegenzubuchen, die die Gemeinde bereits beantragt hat. Gewerbesteuereinnahmen sind im Folgejahr mit ca. 4 Millionen Euro veranschlagt, allerdings auch steigende Belastungen, wie die Kreisumlage mit mittlerweile über 2 Million Euro.
Für den interessierten Leser finden Sie im Dokumentenmanagementsystem der Gemeinde den ausführlichen Haushaltsplan.
Nach kurzer Diskussion und Dankesworten an Kämmerin Natascha Beißwenger, beschloss der Gemeinderat einstimmig den Haushaltsplan und die Haushaltssatzung für das Jahr 2026.
Beim Tagesordnungspunkt 7 standen noch verschiedene Vergaben an. Zuerst vergab der Gemeinderat für eine Summe von 18.945,45 Euro brutto die alle 6 Jahre stattfindende Standsicherheitsprüfung der Straßenbeleuchtung. Zudem entschied der Gemeinderat, dass die Beleuchtung im Festsaal und Foyer der Stephan-Keck-Halle erneuert werden soll. Hier sind zum Teil noch alte, defekte Halogenstrahler verbaut oder alte Leuchtstoffröhren, die nicht mehr funktionieren. Die Firma Bordhag erhielt den Auftrag für eine Summe von 11.409,20 Euro brutto die entsprechende Beleuchtung zu erneuern. Im Bereich des Foyers werden nur die Vorschaltgeräte abgeklemmt und die alten Leuchtstoffröhren gegen LED-Röhren ersetzt. Im Festsaal hingegen werden die Leuchten komplett erneuert.
Zu guter Letzt entscheid der Gemeinderat einstimmig, dass für die Freiwillige Feuerwehr Sulzbach-Laufen neue Handsprechfunkgeräte angeschafft werden. Da die Rettungsleitstelle in Schwäbisch Hall umgerüstet wird und die analogen Funkfrequenzen in absehbarer Zeit auslaufen, entschied der Gemeinderat 19 digitale Handsprechfunkgeräte bei der Firma Meder zum Angebotspreis von 22.200,52 Euro brutto zu beschaffen. Es gibt hier vom Land einen pauschalen Zuschuss in Höhe von 4.750 Euro.
Beim Tagesordnungspunkt 8 - Verschiedenes lagen keine Wortmeldungen vor, sodass die öffentliche Sitzung um 21:00 Uhr geschlossen werden konnte. Die nachfolgende nichtöffentliche Sitzung war um 21:40 Uhr beendet. Bürgermeister Bock bedanke sich bei den Damen und Herren Gemeinderäten für die überaus konstruktive und harmonische Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Es war wie immer ein anstrengendes Jahr aber in Sulzbach-Laufen sei man gut vorangekommen mit der Abarbeitung verschiedenster Projekte. Auch für 2026 sind nun mit der Haushaltsberatung die Weichen gestellt und die ersten Projekte bereits auf dem Weg. Nach der nichtöffentlichen Sitzung gab es noch einen kleinen Umtrunk und man saß noch gemütlich im Bürgersaal des Rathauses Sulzbach zusammen. Wir wünschen unseren Damen und Herren Gemeinderäten entspannte Weihnachtsfeiertage, einen gesunden Jahreswechsel und wir freuen uns auf eine weiterhin gute und konstruktive sowie harmonische Zusammenarbeit im Jahr 2026.



